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Pferdgestützte Traumaarbeit

Jede/r kennt die Begriffe kämpfen oder flüchten. In der Arbeit mit Traumata werden diese wichtigen Reaktionen des Gehirns als die Wendepunkte gesehen. So kann durch eine nicht vollständig durchgeführte Flucht oder Abwehrreaktion die dafür freigesetzte Energie im Körper stecken bleiben. Vor allem wenn es zu Immobilität kommt und jemand sich totstellen musste, kann die Kraft in uns wie einfrieren.

Hier gilt es mit unterschiedlichen Möglichkeiten die Wege wieder frei zu bekommen. Den eigenen Körper wieder wahrnehmen können, die eigenen Gefühle erspüren und ertragen, ja sogar genießen können. Konstruktives, hilfreiches Denken, wird dann wieder möglich.

Ein Ereignis kann also dann zu einer psychischen Verletzung führen, wenn es als extrem bedrohlich erlebt wird und wenn diese Bedrohung weder durch Flucht noch durch Kampf beendet werden kann. Es entstehen die Gefühle von absoluter Hilf- und Machtlosigkeit, gemeinsam mit extremer Angst bzw. wird die eigentliche Reaktion in dem damaligen Geschehen unterbrochen oder nicht möglich, so bleibt eine Aktivierung im Körper. In diesem Fall spricht man von einem Trauma.

Es ist notwendig, Menschen dabei rücksichtsvoll, mit viel Respekt und individuell zu unterstützen, diese traumatischen Erfahrungen in ihrem eigenen Tempo zu verarbeiten und das seelische und körperliche Wohlbefinden wieder herzustellen.

Durch die körperorientierte Arbeit mit dem Pferd als jemandem, der Gefühle erspürt und übersetzt, sowie der Arbeit mit inneren Bildern und dem Erspüren von Ressonanzen, Gefühlen oder Wahrnehmungen im eigenen Körper können unsere Handlungen oder Wahrnehmungen wieder in "geregelte" Bahnen kommen und eine Befreiung vom Trauma stattfinden. Körper, Verstand und Gefühle können dann wieder frei und unterstützend zusammenspielen.

Was passiert in der Traumaarbeit?

Absoluten Vorrang hat die Stärkung und Stabilisierung der Person, wobei klassische und aktuelle psychologische Erkenntnisse und Methdden zur Anwendung kommen. Als Betroffene/r kann gelernt werden, Schritt für Schritt wieder Kontrolle über Erinnerungen und Emotionen zu bekommen, da zur Traumaverarbeitung innere Sicherheit genauso notwendig ist, wie Sicherheit in der Außenwelt. Eine Konfrontation mit der Erinnerung und die Integration des Erlebnisses sind mögliche nächste Schritte, die allerdings nicht immer notwendig sind. Denn viele profitieren bereits von der stabilisierenden psychologischen Arbeit bzw. ist nicht immer die Geschichte dahinter notwendig, um mit dem Körper arbeiten zu können.


Was macht das Pferd dabei?

Für die meisten Menschen ist der Schritt zur Traumatherapie ein sehr schwieriger. Sie wollen ihre Geschichte nicht noch einmal erzählen – schon gar nicht einer fremden Person, zu der sie noch kein Vertrauen haben. Da kommen Pferde ins Spiel. Durch ihr besonderes Wesen bieten sie sofort Beziehung an und schaffen auf spielerische Weise ein vertrauensvolles Umfeld. Beim Reiten werden der Körper und die Seele bewegt. Manchmal spricht man dann wie von selbst über Dinge, die einen belasten. Dabei wird man vom Pferd liebevoll getragen und steigt am Ende mit neuen Kräften aus dem Sattel.


„Dann bin ich wieder offen für die Welt und mich - für alles schöne, Nährende und Wunderbare.“

 
 
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